AW01
Lagerei-Automatisierung Tempo
Stabile GegenpositionEin Logistikunternehmen kann die Lagerplanung automatisieren und innerhalb eines Jahres 14 % der Verwaltungsrollen abbauen; das spart 28 Mio. € jährlich. Ein dreijähriger Übergang spart zunächst 18 Mio. €, ermöglicht Umschulung und natürliche Fluktuation, riskiert aber Effizienzverluste an Wettbewerber.
Frage: Welchen Umsetzungsplan soll das Management genehmigen?
- Option A: Innerhalb eines Jahres automatisieren, mit höherer Abfindung und gezielter Einstellung für neue technische Rollen.
- Option B: Dreijährigen Übergang mit Umschulung, Versetzung und Fluktuation.
AW02
Redaktionsautomatisierung
Stabile GegenpositionEine Zeitung kann mit KI standardisierte Finanzkurztexte erzeugen. Vollautomatisierung schützt das investigative Budget, streicht aber 30 Einstiegsstellen. Ein Hybrid behält 20 Stellen für Ausbildung und Prüfung, erfordert aber den Verzicht auf zwei investigative Projekte.
Frage: Welches Betriebsmodell soll der Verlag wählen?
- Option A: Vollautomatisierung der Standardkurztexte und Schutz des investigativen Budgets.
- Option B: Hybridmodell, um Einstiegspipeline und menschliche Prüfung zu erhalten.
AW03
Service-Agent Einführung
Weitgehender KonsensEin Kundenservice kann einen KI-Agenten einführen, der 60 % der Kontakte löst. Sofortiger Einsatz verbessert Margen und Wartezeiten, macht aber Entlassungen wahrscheinlich. Eine Betriebsvereinbarung verzögert den Vollbetrieb um neun Monate und garantiert Umschulungsgespräche, aber keine Arbeitsplätze.
Frage: Welchen Weg soll das Unternehmen gehen?
- Option A: Zuerst die Betriebsvereinbarung verhandeln, dann voll ausrollen.
- Option B: Sofort ausrollen, danach Abfindung und freiwillige Schulung für Betroffene.
GL01
Kritischer Vorprodukt-Bezug
Stabile GegenpositionEin Pharmaunternehmen bezieht 80 % eines kritischen Vorprodukts von einem sehr effizienten Lieferanten außerhalb Europas. Europäische Doppelbeschaffung würde die Kosten um 9 % erhöhen und zwei Jahre Mengenbindungen erfordern, schützt aber vor geopolitischen Unterbrechungen.
Frage: Welche Lieferstrategie soll das Unternehmen wählen?
- Option A: Beim einzelnen effizienten Lieferanten bleiben und Lager sowie vertragliche Absicherungen erhöhen.
- Option B: Den Aufpreis für dauerhafte europäische Doppelbeschaffung zahlen.
GL02
EU-Datenarchitektur
Stabile GegenpositionEin Cloud-Anbieter muss die Datenarchitektur für seinen europäischen Dienst wählen. Eine globale Architektur ist 14 % günstiger und verbessert die Modellleistung durch gebündelte Betrieb. Eine regional isolierte Architektur stärkt Souveränität und Ausfalltrennung, verdoppelt aber Infrastruktur.
Frage: Welche Architektur soll das Unternehmen wählen?
- Option A: Globale Architektur mit Verschlüsselung, vertraglichen Kontrollen und regionalem Failover.
- Option B: Regional isolierte Architektur und höhere Kosten sowie doppelten Betrieb hinnehmen.
GL03
Standort EU vs. Nicht-EU
Weitgehender KonsensEin europäisches Industrieunternehmen kann die nächste Fabrik an einem günstigeren Standort außerhalb der EU oder in einer EU-Region mit Fachkräften und verlässlicher Infrastruktur bauen. Der Nicht-EU-Standort ist 17 % günstiger, birgt aber höheres politisches und Transportrisiko. Der EU-Standort stärkt lokale Kapazität und Kundennähe.
Frage: Wohin soll das Unternehmen investieren?
- Option A: EU-Standort für Resilienz und strategische Nähe.
- Option B: Günstigeren Nicht-EU-Standort mit politischer Risikoversicherung und diversifizierter Logistik.
IP01
KI-Schadensassistent
Weitgehender KonsensSie beraten den Vorstand eines europäischen Versicherers. Ein KI-Schadensassistent hat interne Genauigkeitstests bestanden und könnte die Bearbeitungszeit um 35 % senken. Ein unabhängiges Bias-Audit dauert noch acht Wochen. Die Verzögerung kostet etwa 1,2 Mio. € und gibt Wettbewerbern Zeit. In einem kontrollierten Start können Mitarbeitende jede Empfehlung prüfen.
Frage: Welche Entscheidung soll der Vorstand jetzt treffen?
- Option A: Sofort auf 10 % der Schäden ausrollen, mit verpflichtender menschlicher Prüfung, täglichem Monitoring und Stopp-Trigger.
- Option B: Jeden Kundeneinsatz verschieben, bis das unabhängige Bias-Audit abgeschlossen ist.
IP02
Medizinische KI-Dokumentation
Stabile GegenpositionEin Medizintechnikunternehmen kann mit einem generativen Modell die klinische Dokumentation entwerfen. Ein Pilot zeigt etwa 25 % weniger Verwaltungszeit. Das Modell diagnostiziert nicht, aber erfundene Details können in Akten gelangen, wenn Klinikerinnen nicht prüfen. Eine zertifizierte Alternative kommt in sechs Monaten zum doppelten Preis.
Frage: Welche Beschaffungsentscheidung soll das Management treffen?
- Option A: Jetzt für geschulte Freiwillige bereitstellen, mit klaren Prüfpflichten und laufender Störungsmeldung.
- Option B: Auf die zertifizierte Alternative warten, bevor produktiv eingesetzt wird.
IP03
Kreditlimit-KI
Weitgehender KonsensEine Bank hat ein KI-Werkzeug für Kreditlimits entwickelt. Rücktests zeigen höhere Treffsicherheit und niedrigere Ausfallraten als das aktuelle Scorecard. Die Aufsicht hat noch keine finale Leitlinie zur Erklärbarkeit. Die Bank kann Ablehnungsgründe nennen, aber nicht jede Modellinteraktion vollständig erklären.
Frage: Welchen Weg soll die Bank wählen?
- Option A: Das bestehende Scorecard behalten, bis finale aufsichtliche Leitlinien vorliegen.
- Option B: Gedeckelten Produktivbetrieb starten, mit stärkerer Offenlegung, Widerspruchsweg und Meldung an die Aufsicht.
OC01
Interne Moderation
Weitgehender KonsensEine Enterprise-Kollaborationsplattform mit 40.000 Nutzenden enthält in internen Kanälen gelegentlich irreführende Gesundheits- und Politikaussagen. Aggressive automatische Entfernung verringert Reichweite schädlicher Inhalte, erzeugt aber Fehlalarme und Misstrauen. Labels und reduzierte Verbreitung erhalten mehr Rede, lassen aber mehr Fehlinformation sichtbar.
Frage: Welche Moderationspolitik soll das Unternehmen wählen?
- Option A: Strittige Inhalte proaktiv entfernen, wenn Systeme hohe Wahrscheinlichkeit materiellen Schadens schätzen.
- Option B: Labels, Gegenrede und reduzierte Verbreitung bevorzugen; nur Illegales oder direkte Drohungen entfernen.
OC02
Open-Weight-Freigabe
Weitgehender KonsensEin Forschungslabor hat ein fähiges Open-Weight-Sprachmodell trainiert. Offene Freigabe beschleunigt unabhängige Forschung und lokale Innovation. Externe Gutachter warnen vor günstigerem skalierbarem Betrug und Cybermissbrauch. Eine kontrollierte API erlaubt Monitoring, konzentriert aber den Zugang im Labor.
Frage: Wie soll das Labor das Modell freigeben?
- Option A: Gewichte veröffentlichen, mit Responsible-Use-Lizenz, gestufter Fähigkeitsangabe und Sicherheitsdokumentation.
- Option B: Nur eine überwachte API anbieten, bis unabhängige Evidenz die Risiken einer offenen Freigabe als beherrschbar ausweist.
OC03
Policy öffentliche KI-Tools
Weitgehender KonsensEin Unternehmen stellt fest, dass Beschäftigte öffentliche KI-Werkzeuge für Routinearbeit nutzen. Ein Totalverbot senkt Leak-Risiko, treibt Nutzung in den Untergrund und verschenkt Produktivität. Eine breite Whitelist erlaubt Experimente, verhindert versehentliche Offenlegung aber nicht vollständig.
Frage: Welche Policy soll die Geschäftsleitung wählen?
- Option A: Genehmigte öffentliche Werkzeuge für nicht-sensible Arbeit erlauben, mit Schulung, Protokollierung und Sanktionen.
- Option B: Öffentliche KI-Werkzeuge verbieten und nur zentral verwaltete interne Systeme zulassen.
SD01
Zugangsregeln nach Angriff
Weitgehender KonsensNach einem schweren Cyberangriff müssen Zugangsregeln binnen sechs Wochen neu gestaltet werden. Eine kleine Vorstandsarbeitsgruppe schafft die Frist. Ein Prozess mit Betriebsrat, regionalen Leitungen und Nutzertests dauert zwölf Wochen, verbessert aber Adoption und deckt Betriebsprobleme auf.
Frage: Welchen Governance-Prozess soll die CEO autorisieren?
- Option A: Jetzt die Vorstandsarbeitsgruppe nutzen und nach dem Rollout formal prüfen.
- Option B: Den zwölfwöchigen Beteiligungsprozess wählen und bis dahin mit Interimsregeln arbeiten.
SD02
Reaktion Werbekontroverse
Ein Konsumgüterunternehmen steckt in einer schnell laufenden öffentlichen Kontroverse um eine Werbung. Sofortiger Rückzug stoppt Reputationsschaden, gibt die Kritik aber vor der Faktenprüfung zu. Eine 48-Stunden-Prüfung durch Unabhängige schafft Legitimität, lässt die Kontroverse aber weiterlaufen.
Frage: Was soll das Unternehmen tun?
- Option A: Die Werbung sofort unter Vorstandsentscheid pausieren und danach prüfen.
- Option B: Während einer 48-stündigen unabhängigen Prüfung weiterlaufen lassen und dann deren Empfehlung folgen.
SD03
Konzernweite GenAI-Policy
Ein Konzern will eine unternehmensweite GenAI-Policy. Eine zentrale Policy kann in einem Monat starten und einheitliche Kontrollen schaffen. Ein Co-Design mit Beschäftigten, Compliance und Ländergesellschaften dauert vier Monate, passt aber lokal besser und wirkt legitimierter.
Frage: Welchen Prozess soll der Vorstand vorgeben?
- Option A: Zentrale Policy in einem Monat, dokumentierte lokale Ausnahmen erlaubt.
- Option B: Zuerst den viermonatigen Co-Design-Prozess, dann die Konzernpolicy.
SS01
Welches Werk schließen
Stabile GegenpositionEin profitabler Hersteller muss entweder ein neueres automatisiertes Werk mit 220 Stellen oder ein älteres ländliches Werk mit 620 Stellen schließen. Die Schließung des ländlichen Standorts verbessert den operativen Gewinn um zusätzlich 18 Mio. € pro Jahr; vor Ort gibt es kaum Alternativarbeitgeber. Behalten bedeutet drei Jahre niedrigere Margen und Modernisierungsinvestitionen.
Frage: Welches Werk soll das Unternehmen schließen?
- Option A: Das ländliche Werk schließen und ein substanzielles Übergangspaket für Belegschaft und Kommune finanzieren.
- Option B: Das neuere Werk schließen und niedrigere Margen hinnehmen, um die größere, verwundbarere Belegschaft zu erhalten.
SS02
Einheitliche vs. gestaffelte Preiserhöhung
Weitgehender KonsensEin Abo-Softwareanbieter kann Preise um 18 % anheben. Die Kundenerhebung erwartet begrenzte Abwanderung und 24 Mio. € Mehrgewinn pro Jahr; kleine Nonprofit-Kunden wären überproportional betroffen. Eine gestaffelte Erhöhung bringt 15 Mio. € und schützt Nonprofits sowie sehr kleine Firmen.
Frage: Welche Preispolitik soll das Management wählen?
- Option A: Einheitliche 18-%-Erhöhung; einen Teil des Gewinns in das Produkt stecken.
- Option B: Gestaffelte Erhöhung, die Nonprofits und sehr kleine Firmen schützt.
SS03
Living-Wage-Lieferant
Weitgehender KonsensEin Händler kann zu einem Lieferanten mit 12 % niedrigeren Kosten wechseln. Der Lieferant erfüllt lokales Recht, zahlt aber unter dem freiwilligen Living-Wage-Standard des Händlers. Beim bisherigen Lieferanten bleiben heißt leichte Endkundenpreiserhöhung oder etwa 9 Mio. € weniger Jahresgewinn.
Frage: Welche Beschaffungsentscheidung soll der Händler treffen?
- Option A: Beim Living-Wage-Lieferanten bleiben und die Mehrkosten tragen oder teilen.
- Option B: Zum rechtlich konformen, günstigeren Lieferanten wechseln und Arbeitssicherheit prüfen.